Am 13. September fand in der Hamaskaïne-Schule in Marseille die zweite Sommeruniversität der Armenischen Sache statt, organisiert vom CDCA. Abgeordnete, Wissenschaftler, Aktivisten und Gemeindemitglieder diskutierten über vier zentrale Themen: französische Staatsbürgerschaft und armenisches Engagement, die Beziehungen zu Armenien, das Gedächtnis der Diaspora und die Aussichten auf Frieden mit Aserbaidschan. Die erste Diskussionsrunde betonte die Vereinbarkeit von republikanischer Loyalität und kollektivem Gedächtnis. Die zweite stellte heraus, dass es möglich und notwendig sei, die Armenische Sache zu verteidigen und gleichzeitig die Politik Jerewans zu kritisieren, die als unzureichend gegenüber der aserbaidschanischen Besatzung, der Gefangenschaft von Armeniern in Baku und dem Schicksal der Vertriebenen aus Karabach angesehen wird. Die dritte warnte vor einer Auflösung der Identität und rief dazu auf, das Erbe mithilfe digitaler Mittel an die jüngere Generation weiterzugeben. Die vierte machte auf den repressiven Charakter des Aliyev-Regimes und die Bedingungen für einen gerechten Frieden aufmerksam. In ihrem Schlusswort betonten Anahit Akopian und Philippe Raffi Kalfayan, dass diese Debatten in konkrete Taten umgesetzt werden müssten. Hovsep Der Kevorkian bekräftigte, dass die Armenische Sache über den Staat hinaus der Kompass der Diaspora bleibe: Verteidigung der Souveränität und territorialen Integrität Armeniens, Freilassung der Gefangenen, Rückkehrrecht für die Armenier von Arzach sowie Einsatz für die Anerkennung des Völkermords. Angesichts der politischen Resignation sei es Aufgabe einer aktiven, organisierten und unabhängigen Diaspora, diesen überlebenswichtigen Kampf fortzuführen.



Hauptquelle: yerkir.am

